Vom Werkzeug zum Partner. Eine Entwurfslehre für das Digitale im KI-Zeitalter
Dr. Kim Lauenroth (FH Dortmund)
Originalsprache: Deutsch. Die englische Fassung wurde mithilfe von KI übersetzt.
Dr. Kim Lauenroth
FH Dortmund
17. Juni 2026 · 13:55 Uhr
Symposium „Entwerfen. KI und andere kulturelle Protagonisten.“ · AMD Düsseldorf.
Im KI-Zeitalter verschiebt sich die Ökonomie der digitalen Wertschöpfung: Realisierung wird billig. Der Entwurf wird zur eigentlichen Herausforderung. Er entscheidet, ob die neue Geschwindigkeit zu guten Lösungen oder zu mehr digitalem Müll führt. Im Digitalen gewinnt damit eine lange unterentwickelte Disziplin schlagartig an Gewicht: die Entwurfslehre.
Aber auch für den Entwurf gibt es eine Herausforderung: Zunächst habe ich die Fähigkeiten der KI als eine Kränkung erlebt, denn auf den ersten Blick scheint sie mich als Designer zu ersetzen. Auf den zweiten Blick stellt sich die Lage anders dar.
Die KI muss keine Konkurrenz sein, sie kann vielmehr ein Partner mit komplementären Stärken werden. Wir müssen nur Mut haben, dieser Zusammenarbeit etwas zuzutrauen. Der Vortrag motiviert die Notwendigkeit einer Entwurfslehre für das Digitale und skizziert die Ebenen und Facetten eines Modells, in dem sich die Fragen nach Werkzeug, Delegation, Verantwortung und Qualität klar stellen lassen.
These: Im Entwurf wird KI zum Partner mit eigenen Stärken. Sie ist nicht Werkzeug und nicht Stellvertreter. Die Verantwortung trägt dennoch der Mensch.
Aus dem von Dr. Kim Lauenroth zur Vorbereitung des Symposiums verfassten Text.
Im studentischen Gespräch wurde die Zusammenarbeit mit KI an der Begründbarkeit eines Entwurfs geprüft. Am Beispiel eines Teehauses wurde gefragt, wie die Begründbarkeit eines Projekts sich verändert, wenn der Entwurfsprozess enorm beschleunigt wird
. Der Ausgangspunkt war ein überzeugend wirkendes KI-Bild, dessen räumliche und materielle Entscheidungen bei näherer Betrachtung fragwürdig erschienen.
Herr Lauenroths Antwort unterschied die Erzeugung eines Bildes von einem ausgearbeiteten Entwurfsauftrag. Er fragte nach den tatsächlich benannten Anforderungen und zog sein Beispiel der Energiekirche heran: Klare Strukturen und präzisere Arbeitsanweisungen verändern, welche Ergebnisse sich mit einem System bearbeiten lassen. Die Verantwortung für den Entwurf bleibt dabei beim Entwerfer. Die Rückmeldung der KI wurde als Möglichkeit beschrieben, die eigene Frage zu überprüfen und weiterzuentwickeln, nicht als Ersatz für eine begründete Aufgabenstellung.
Eine weitere Frage galt dem Kundenkontakt: zeigen Sie Zeichnungen oder zeigen Sie nur noch Visualisierungen
? Die unterschiedlichen Antworten stellten die Offenheit von Skizzen den Erwartungen an anschauliche Bilder gegenüber. Ein Beitrag aus der Softwarepraxis rückte die Beratung in den Vordergrund: Entscheidend sei, die Informationsbedürfnisse des Gegenübers zu verstehen und das passende Mittel zum passenden Zeitpunkt einzusetzen. Die Debatte konkretisierte damit das Verhältnis von technischer Unterstützung und menschlicher Verantwortung.
Ausgewählte Fragen und Antworten aus dem Gespräch zum studentischen Beitrag Geschwindigkeit vs. Haltung um 13:20 Uhr.
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Fotos: Katharina Petsch