( 
0
)

Schlusswort

Prof. Dipl.-Ing. Felix Schwake (AMD Düsseldorf)

Originalsprache: Deutsch. Die englische Fassung wurde mithilfe von KI übersetzt.

Schlusswort

Prof. Dipl.-Ing. Felix Schwake
AMD Düsseldorf
17. Juni 2026 · 18:35 Uhr

Symposium „Entwerfen. KI und andere kulturelle Protagonisten.“ · AMD Düsseldorf.

Rückblick auf den Symposiumstag

Die Frage nach KI hat sich im Verlauf des Tages zu einer Frage nach dem Entwerfen selbst erweitert. Welche Entscheidungen kann ein Verfahren unterstützen, und welche Verantwortung bleibt beim Architekten oder Gestalter? Die Vorträge und Gespräche führten darauf keine einheitliche Antwort zusammen. Sie machten vielmehr deutlich, an welchen Stellen wir genauer unterscheiden müssen: zwischen einem erzeugten Bild und einem durchgearbeiteten Entwurf, zwischen schnellerer Bearbeitung und höherer Qualität sowie zwischen der Nutzung eines Werkzeugs und dem Verständnis seiner Möglichkeiten und Grenzen.

Ein veränderter Entwurfsbegriff braucht Orientierung

In der Diskussion I um 12:00 Uhr stand zur Debatte, wie sich Entwerfen unter den Bedingungen von KI begrifflich fassen lässt. Theorie erschien dabei als Möglichkeit, Orientierung in einer veränderten Situation zu gewinnen. Zugleich rückten die Herkunft des Wissens, die Abhängigkeit von Plattformen und die Frage nach dem eigenen Handlungsspielraum in den Blick. Eine neue technische Möglichkeit erklärt noch nicht, welchem Ziel sie dienen soll. Entwurfsentscheidungen benötigen weiterhin Kriterien, an denen Vorschläge geprüft und begründet werden können.

Zeitgewinn ist noch kein Qualitätsgewinn

Der studentische Beitrag und die Diskussion II um 15:30 Uhr verbanden diese Fragen mit der Ausbildung. Die analogen Arbeiten des zweiten Semesters und die digitalen Versuche mit KI eröffneten unterschiedliche Zugänge zum Entwerfen. Die aufgewendete Zeit ließ sich dabei als Zeit des Wahrnehmens, Überprüfens und Verwerfens verstehen. Zugleich wurde dafür plädiert, neue Verfahren früh praktisch zu erproben. Der Streit darüber, welche Grundlagen zuerst erworben werden müssen und wie sich eigenständige Leistungen beurteilen lassen, blieb bestehen. Für die Lehre ergibt sich daraus die Aufgabe, sowohl gestalterische Urteilskraft als auch einen kenntnisreichen Umgang mit neuen Verfahren zu entwickeln.

Verantwortung betrifft auch die Bedingungen der Arbeit

Das Große Panel um 17:50 Uhr weitete den Blick auf berufliche Veränderungen, die Kommunikation mit Bauherren, gesellschaftliche Rahmenbedingungen und Umweltfolgen. Wer ein überzeugendes KI-Bild sieht, kann leicht unterschätzen, welche Arbeit bis zu einem belastbaren Entwurf noch notwendig ist. Auch technische Effizienz schafft nicht von selbst mehr Entwurfszeit. Gestalter müssen deshalb nicht nur Verfahren auswählen, sondern den Wert ihrer Arbeit erklären und die Folgen ihres Einsatzes mitbedenken.

Die weiterführende Aufgabe

Als inhaltliches Ergebnis bleibt für mich die Notwendigkeit einer aktiven und prüfenden Auseinandersetzung. Vorbehalte entbinden uns nicht davon, neue Möglichkeiten zu untersuchen; verfügbare Möglichkeiten entbinden uns ebenso wenig von begründeten Entscheidungen. Gerade in der Ausbildung müssen wir beides zusammenführen: Offenheit für Veränderungen und die Fähigkeit, Qualität eigenständig zu beurteilen. Der Tag hat dafür keine fertige Methode geliefert. Er hat die Fragen geschärft, an denen sich die weitere Arbeit in Entwurf, Forschung und Lehre bewähren muss.

Zum Referenten

Prof. Dipl.-Ing. Felix Schwake
AMD Düsseldorf

Architekt mit Büro in Bochum. Studiendekan für Interior Design und Product Design an der AMD Düsseldorf.

Kontakt über FELIX SCHWAKE

 

 

Zur Tagesübersicht

Fotos: Katharina Petsch