Urteilskraft, leibliche Erfahrung und Verantwortung
Prof. Dipl.-Ing. Felix Schwake (AMD Düsseldorf)
Originalsprache: Deutsch. Die englische Fassung wurde mithilfe von KI übersetzt.
Prof. Dipl.-Ing. Felix Schwake
AMD Düsseldorf
17. Juni 2026 · 15:05 Uhr
Symposium „Entwerfen. KI und andere kulturelle Protagonisten.“ · AMD Düsseldorf.
Künstliche Intelligenz verändert die Werkzeuge des Entwerfens, nicht jedoch dessen Grundproblem. Entwerfen bleibt ein Prozess der begründbaren Entscheidung.
KI kann Optionen erzeugen, Varianten berechnen und Bilder produzieren – sie übernimmt jedoch weder Urteilskraft noch Verantwortung.
Die entscheidende Frage ist daher nicht, ob KI entwerfen kann, sondern:
Wo entsteht Urteilskraft im Entwurf – und wer trägt die Verantwortung für die Entscheidung?
Entwerfen basiert auf leiblicher Erfahrung, Wahrnehmung und der Fähigkeit, diese in begründete gestalterische Entscheidungen zu überführen.
Wenn dieser Zusammenhang verloren geht und Entwurf auf Bildproduktion reduziert wird, entsteht Wirkung ohne Urteil – und damit Architektur ohne Verantwortung.
Aus dem von Prof. Dipl.-Ing. Felix Schwake zur Vorbereitung des Symposiums verfassten Text.
In der gemeinsamen Diskussion II wurde gefragt: Was passiert, wenn zwischen Idee und Bild kaum noch Zeit liegt?
Die Leitfrage galt der gesamten Runde. Zunächst wurde darüber gestritten, ob die traditionelle Abfolge vom groben Entwurf zum ausgearbeiteten Bild weiterhin verbindlich sein könne. Eine Gegenposition schlug vor, analoge und digitale Verfahren methodisch miteinander zu verbinden.
Herr Schwakes Einwand konzentrierte sich auf die Ausbildung eigener Urteilskraft. Wer ein überzeugendes Ergebnis auswähle, müsse auch fachliche Fehler erkennen und Entscheidungen begründen können. Am Beispiel einer Baukonstruktionszeichnung wurde damit die Differenz zwischen einem plausibel aussehenden Bild und verstandenem konstruktivem Zusammenhang greifbar. Der anschließende ausdrückliche Widerspruch gegen Herrn Schwake verlangte, Zeichnen und KI im Studium parallel zu erlernen.
Ein weiterer Beitrag unterschied zwischen einer Kompetenz und der Prüfungsform, mit der sie nachgewiesen wird. Die Kontroverse betraf deshalb nicht allein die Zulassung eines Werkzeugs: Offen blieb, wann dessen Einsatz das Lernen unterstützt und wann er notwendige Lernschritte ersetzt. Die Diskussion machte deutlich, wie unterschiedlich die Vorstellungen vom Erlernen des Entwerfens sind.
Ausgewählte Fragen und Wortmeldungen aus der Diskussion II – Entwurf und Lehre um 15:30 Uhr.