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Entwurf und Lehre

Diskussion II (AMD Düsseldorf)

Originalsprache: Deutsch. Die englische Fassung wurde mithilfe von KI übersetzt.

Entwurf und Lehre

Diskussion II
Symposium
17. Juni 2026 · 15:30 Uhr

Symposium „Entwerfen. KI und andere kulturelle Protagonisten.“ · AMD Düsseldorf.

Wie viel Zeit braucht ein guter Entwurf?

Die Diskussion II – Entwurf und Lehre um 15:30 Uhr nahm die Frage auf, was sich verändert, wenn zwischen einer Idee und ihrem Bild kaum noch Zeit liegt. Aus der technischen Beschleunigung entwickelte sich eine kontroverse Debatte über Entwurfsqualität, Lernwege und die Verantwortung für das eigene Urteil.

Vom groben Gedanken zum überzeugenden Bild

Die traditionelle Abfolge vom Groben zum Feinen wurde zur Diskussion gestellt. KI kann früh ein scheinbar fertiges Bild erzeugen, obwohl der Gedanke dahinter noch offen ist. Ein vorgeschlagenes Verfahren verband deshalb analoge und digitale Schritte: Aus zerknülltem Papier und einer Fotografie sollte zunächst eine abstrakte, schwarz-weiße Konstellation entstehen, deren räumliche Möglichkeiten weiter untersucht werden. Texturen sollten erst später hinzukommen. Dem wurde die besondere Qualität der Skizze zur Seite gestellt: Sie bleibt veränderbar und bewahrt die Schritte, aus denen eine Entscheidung hervorgegangen ist. Offenheit und Nachvollziehbarkeit wurden so zu Kriterien für den Umgang mit schnellen Bildern.

Geschwindigkeit muss einen Zweck haben

Ein Argument für KI lautete, mehrere Ideen früh sichtbar zu machen und ihre Weiterentwicklung gezielter auszuwählen. Dem stand die Warnung gegenüber, aus schneller Bildproduktion eine allgemeine Beschleunigung des Bauens abzuleiten. Ausführungsplanung, Ausschreibung und Bauüberwachung verlangen weiterhin sorgfältige Arbeit. Mit dem Begriff „Cost of Delay“ wurde zudem gefragt, welche Folgen eine Verzögerung im konkreten Projekt überhaupt hat. Eine spätere Präzisierung richtete den Blick auf ein festes Zeit- oder Geldbudget: Der mögliche Gewinn sollte in gründlichere Prüfung, bessere Varianten und verständlichere Entscheidungsgrundlagen fließen. Qualität blieb dabei ein Anspruch an den Einsatz der Werkzeuge, kein automatisch nachgewiesener Effekt.

Was ein Bild noch nicht beantwortet

Ein weiterer Beitrag warnte davor, die gesamte Medienlandschaft auf KI zu verengen. Neue Mittel verändern die Beziehungen zwischen vorhandenen Fähigkeiten und Möglichkeiten; ältere Verfahren verlieren dadurch nicht zwangsläufig ihren Wert. Ebenso wenig erschöpft sich Entwerfen in darstellbaren Formen und Mengen. Welche Handlungen ein Raum ermöglichen, welche sozialen Beziehungen er unterstützen und welche Freiheiten er eröffnen soll, muss vielfach erst im Gespräch geklärt werden. Auch Zeit zum Abstandnehmen und erneuten Prüfen wurde als Qualität des Entwerfens verteidigt. Damit standen technische Reaktionsgeschwindigkeit und die Zeit zur Bildung eines begründeten Urteils nebeneinander.

Urteilskraft lernen: zuerst analog oder parallel mit KI?

Herr Schwake vertrat die Position, dass grundlegende Entwurfskompetenzen zunächst durch eigenständige Arbeit aufgebaut werden müssen. Eine konstruktiv falsche Zeichnung kann plausibel aussehen; wer nur das Bild auswählt, muss den Fehler noch lange nicht erkennen. Gegen diese Reihenfolge wurde ausdrücklich eingewandt, analoge und KI-gestützte Verfahren sollten im Studium parallel erlernt werden. Ein anderer Beitrag unterschied zwischen der angestrebten Kompetenz und der Prüfungsform: Wenn eine Maschine das bisher verlangte Ergebnis erzeugen kann, müsse die Prüfung zeigen, ob der Student den Vorgang versteht, beurteilt und begründet. Die Gegenfrage lautete, ob eigenes Hervorbringen selbst Teil der zu erlernenden Kompetenz ist. Der Streit betraf damit die Voraussetzungen selbstständigen Urteilens und blieb offen.

Die Erfahrung der Studenten

Die Studenten brachten konkrete Lernprozesse ein. Eine Wortmeldung beschrieb, wie wiederholte Konstruktionsbesprechungen und eigenes Zeichnen das Verständnis eines Holzdachs vertieft hatten. Im weiteren Gespräch wurde dafür plädiert, analoge und digitale Verfahren kennenzulernen, um ihren jeweiligen Gewinn und Verlust beurteilen zu können. Als begrenztes Einsatzbeispiel für KI wurde die Suche nach Begriffen für ein Entwurfsmotiv genannt. Diese Erfahrungen führten keine einheitliche Lehrmethode vor, machten aber die entscheidende Frage greifbar: Welche Arbeit übernimmt das Werkzeug, und welche Erfahrung braucht der Entwerfer selbst?

Ausgewählte Gedanken aus der Diskussion II – Entwurf und Lehre am 17. Juni 2026 um 15:30 Uhr.

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