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05.08.2019
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Kunst & Architektur

Sommersemester-Aufgabe 2019 "Wohnen für Singles & Familien" 

Im Rahmen seines Lehrauftrags für Entwerfen 2 am Fachbereich Architektur, der University of Applied Sciences and Arts, FH Dortmund stellte Felix Schwake die Semesteraufgabe "Kunst & Architektur" zu verbinden und Wohnraum für Singles & Familien herzustellen. 

Der Architekt Peter Zumthor beschreibt in seinem Buch „Atmosphären“ einen besonderen Moment:  „Die richtige Dichte von Menschen. Ein Blumenmarkt, Sonne. Elf Uhr. Die gegenüberliegende Platzwand im Schatten. Angenehm bläulich. Wunderbare Geräusche. Nahe Gespräche, Schritte auf dem Platz, Stein. Vögel, leichtes Gemurmel der Menge, keine Autos, kein Motorenlärm, entfernte Baugeräusche ab und zu“.

Architektur ist Sender – ermöglicht Empfänger besonderen Moment.

Für Felix Schwake, Architekt und Lehrbeauftragter am Fachbereich Architektur der Fachhochschule Dortmund, war diese Beschreibung eines besonderen Moments Inspiration zur diesjährigen Aufgabenstellung seiner Entwerfen 2 _Lehr-Veranstaltung: einen schönen/ besonderen Moment architektonisch zu inszenieren. Auf diese Hochschulaufgabe aufbauend wurde anschließend am 05.08.2019 zu diesem Thema ein Architektur-Wettbewerb für „Single- und Familienwohnen in Lüdenscheid“  durchgeführt.

Aufgrund der hohen gesellschaftlichen Relevanz „schönes wohnen“ herzustellen, stellte die Lüdenscheider Wohngesellschaft AG (LüWo AG) für diesen Wettbewerb 5.000 Euro zur Verfügung.
Neben Herrn  Christoph Loos (Vorstand), vertraten Frau Susanne Mewes (stellv. Vorstand) und die Architekten Sutjahjono Hartani und Marco Höllmann (ehemaliger Architekturstudent der FH Dortmund) die Lüwo AG in der Jury. Als Vertreter der FH Dortmund vervollständigten Architektin Frau Prof. Diana Reichle , Designer und Künstler Achim Lohse und Architekt Felix Schwake die Jury.
Die 4 besten Arbeiten wurden mit einem Geldpreis prämiert und darüber hinaus vom 14.10. bis  18.10.2019 öffentlich im Foyer des Rathauses der Stadt Lüdenscheid ausgestellt.

Den Ersten Platz vergab die Jury an Lena Sandeck mit dem Leitthema „Entdecken“. Ihre Gebäude leuchten zwischen idyllisch angelegten Grünanlagen wie Kerzen auf dem Geburtstagskuchen und greifen das städtische Konzept der „Lichterstadt Lüdenscheid“ auf.

Den zweiten Platz belegte Maike Wiemann. Sie inszenierte den besonderen Moment eines familiären Rituals mit der ganzen Familie freitagmittags zum „Kartoffelbrei-Essen“ zusammen zu kommen. Ihre Raumanordnung ist so angelegt, dass alle Wege des Wohnens in die große Gemeinschaftsküche münden.

Platz 3 teilten sich Svenja Dupont und Maximilian Nelle. Frau Dupont entwickelte ein Wohnkonzept, das Single-Wohnen und familiäres Wohnen miteinander verbindet, die Privatsphäre des Einzelnen aber weiterhin ermöglicht. Herr Nelle, der neben dem Studium mit seiner eigenen Ziegenherde in der Landschaftspflege aktiv ist, entwickelte ein durchweg nachhaltiges Konzept, das die Auswahl der verwendeten Materialien und die Möglichkeiten der flexiblen Raumnutzung der einzelnen Geschosse beinhaltet.

Der Wettbewerb basierte auf der dreiteiligen Semesteraufgabe der „Entwerfen 2- Lehrveranstaltung“ von Felix Schwake und verlangte:
1. Verbalisierung eines besonderen Moments in Reim, Vers oder Prosa
2. Materialisierung des besonderen Moments aus 1. in ein „Kunstwerk“ mit Mitteln der Bildenden Künste
3. Emergenz aus 1. + 2. in Architektur: „Single- und Familienwohnen in Lüdenscheid/ Grünewalder Strasse“.

Felix Schwake führte die Veranstaltungen mit Achim Lohse, einem Künstler und Designer aus Dortmund durch. Die Lehrenden besuchten mit ihren Studierenden unter anderem die „Zero Foundation“, den Kunstpalast und weitere Museen, um verschiedene Bildende Künste in der Art Ihrer Kommunikation zu analysieren.

Darüber hinaus erfuhren die Studierenden in Übungen und Referaten über Künstler wie Monet, Serra, Pollock, Ücker,… über Designer wie Alexander Mc Queen und Marcel Breuer… und über Architekten wie Vitruv, Paladio und Gropius... wie diese ihre besonderen Momente nonverbal mithilfe ihrer Werke kommunizieren.

Umberto Eco beantwortet die Frage auf die eingangs gestellte Frage, was „Schönheit“ ausmacht mit: „Schön ist das, was Freude macht“ (Geschichte der Schönheit).
Ob die Studierenden „schöne, besondere Momente“ erschaffen haben, davon kann sich jeder selbst überzeugen. Die öffentliche Ausstellung des Wettbewerbs ist bis zum 23.08.2019 im Foyer des Fachbereichs Architektur in der Emil-Figge-Str.40 zu sehen.

 

Fotos: Gabriele Marl www.gammafoto.de