
Gewinner
Interior Innovation Award 2014
Der mit dem Interior Innovation Award 2014 ausgezeichnete Schreibtisch von Felix Schwake steht exemplarisch für eine Gestaltungshaltung, die technische Funktionalität vollständig in eine ruhige architektonische Ordnung integriert.
Ausgangspunkt des Entwurfs war die Frage, wie konzentriertes Arbeiten in einer zunehmend technisch überlagerten Arbeitsumgebung ermöglicht werden kann, ohne dass Technik dauerhaft den Raum dominiert. Die Lösung bestand nicht in zusätzlicher technischer Sichtbarkeit, sondern in ihrer bewussten räumlichen Integration.
Unter der ausziehbaren Arbeitsfläche befinden sich Stauraum, Kabelkanäle sowie Strom- und Multimedia-Anschlüsse. Mobiltelefone, Ladegeräte, Kabel, Stifte und Arbeitsmaterialien bleiben dadurch vollständig organisiert und unmittelbar zugänglich, ohne auf der Oberfläche sichtbar zu sein.
Die klare geometrische Ordnung des Tisches bleibt auch während der Nutzung erhalten. Gerade diese Verbindung aus hoher technischer Funktionalität und visueller Ruhe überzeugte die Jury des Interior Innovation Award.
Der Entwurf verfolgt bewusst keine expressive Formensprache. Die Reduktion dient vielmehr der Konzentration. Freie Flächen, klare Proportionen und eine ruhige Materialität schaffen Bedingungen für fokussiertes Arbeiten und reduzieren visuelle Belastung im Alltag.
Die technische Ausstattung wird nicht als gestalterisches Motiv eingesetzt, sondern verschwindet vollständig im Inneren des Objekts. Funktion bleibt präsent, ohne Aufmerksamkeit einzufordern. Dadurch entsteht eine Arbeitsumgebung, in der Architektur und Möbel als Hintergrund für Denken und Arbeiten verstanden werden.
Die ausziehbare Arbeitsfläche spielt dabei eine zentrale Rolle. Sie ermöglicht direkten Zugriff auf technische Infrastruktur und Arbeitsmittel, ohne die räumliche Klarheit der Tischoberfläche dauerhaft aufzugeben. Ordnung entsteht dadurch nicht durch Verzicht auf Technik, sondern durch ihre präzise Integration.
Die Auszeichnung mit dem Interior Innovation Award 2014 würdigt insbesondere diese Verbindung aus minimalistischer Gestaltung, funktionaler Präzision und langfristiger räumlicher Qualität.
Die Arbeiten von Felix Schwake bewegen sich bewusst zwischen Architektur, Interior Design und funktionaler Kunst. Gestaltung wird dabei nicht als kurzfristige visuelle Wirkung verstanden, sondern als dauerhafte räumliche Erfahrung im Alltag.