Interior Design
Villa Vierwaldstätter See

Die Architektur der Villa reagiert unmittelbar auf die zerklüftete Hanglage am Vierwaldstätter See. Der Grundriss entwickelt sich aus der Topografie des Ortes und folgt nicht einer abstrakten geometrischen Setzung, sondern der Bewegung des Geländes. Innen- und Außenraum stehen dadurch in einer unmittelbaren räumlichen Beziehung zueinander.

Die Sichtbetonoberflächen im Inneren greifen Materialität und Atmosphäre der Umgebung auf. Die Räume wirken zurückhaltend, beinahe aus dem Fels herausgearbeitet. Licht, Schatten und Material erzeugen eine räumliche Stimmung, die Konzentration und Ruhe mit Offenheit und Weite verbindet.

Das Interior folgt dabei keiner dekorativen Inszenierung. Architektur und Einrichtung werden als zusammenhängende räumliche Ordnung verstanden. Die Gestaltung konzentriert sich auf Material, Proportion und Atmosphäre. Funktionen werden vollständig integriert, sodass die Räume ruhig und selbstverständlich wirken können.

Die Arbeiten von Felix Schwake bewegen sich dabei bewusst zwischen Architektur, Interior Design und funktionaler Kunst. Möbel und räumliche Elemente entstehen nicht als autonome Objekte, sondern als Teil der Gesamtatmosphäre des Hauses. Die Reduktion auf klare Formen dient nicht dem Selbstzweck, sondern schafft bewusste Wahrnehmung und räumliche Klarheit.

Die Räume der Villa versuchen, zwei scheinbar gegensätzliche Qualitäten miteinander zu verbinden: Geborgenheit und Offenheit. Die höhlenartige Materialität der Innenräume erzeugt Schutz und Konzentration, während Ausblicke, Lichtführung und räumliche Offenheit zugleich ein Gefühl von Freiheit entstehen lassen.

Architektur wird dabei nicht als Bild verstanden, sondern als langfristige räumliche Erfahrung. Gerade im hochwertigen Wohnbau entsteht Qualität nicht über dekorative Überlagerung, sondern über Präzision, Materialbewusstsein und die bewusste Gestaltung von Atmosphäre.

Die Villa am Vierwaldstätter See zeigt exemplarisch eine Haltung, die Architektur als Hintergrund für das Leben versteht. Räume sollen nicht permanent Aufmerksamkeit erzeugen, sondern Bedingungen schaffen, in denen Wahrnehmung, Ruhe und Alltag selbstverständlich stattfinden können.