Architektur, Beauftragung zur Planung
Bauhaus Museum Store in Weimar
Mit der Gründung des Staatlichen Bauhauses im Jahr 1919 formulierte Walter Gropius in Weimar eine grundlegende Neuordnung gestalterischer Ausbildung. Kunst, Handwerk und Architektur sollten nicht länger getrennt voneinander gedacht werden, sondern innerhalb einer gemeinsamen gestalterischen Haltung zusammenfinden. Das Bauhaus verstand Gestaltung nicht als dekorative Disziplin, sondern als gesellschaftliche und räumliche Verantwortung.
Hundert Jahre später entstand in Weimar mit dem Bauhaus-Museum Weimar ein neuer Ort der Auseinandersetzung mit diesen Fragen. Für die Planung des Museum Stores wurde Felix Schwake beauftragt.
Das Projekt verstand sich nicht als Gestaltung eines klassischen Verkaufsraums, sondern als räumliche Aufgabe innerhalb eines kulturellen Kontextes, der unmittelbar mit Fragen nach Funktion, Materialität und Gestaltung verbunden ist. Ziel war es, einen Store zu entwickeln, der sich in die offene räumliche Atmosphäre des Museums integriert und zugleich eine eigenständige architektonische Identität entwickelt.
Die Gestaltung folgt einer reduzierten architektonischen Ordnung. Mobile Module, klare Geometrien und die vollständige Integration funktionaler Anforderungen prägen das Konzept. Architektur und Interior werden dabei nicht als dekorative Oberfläche verstanden, sondern als bewusste räumliche Struktur.
Die mobilen Regalsysteme ermöglichen unterschiedliche Formen der Präsentation und reagieren flexibel auf wechselnde Inhalte und Besucherströme. Gleichzeitig bleibt die offene Raumwirkung des Museums erhalten. Transparenz, Materialität und räumliche Durchlässigkeit waren zentrale Bestandteile des Entwurfs.
Die Arbeit knüpft damit unmittelbar an Fragen an, die bereits das historische Bauhaus beschäftigten: Wie können Handwerk, Gestaltung und Nutzung miteinander verbunden werden? Wie entsteht räumliche Klarheit? Und wie lässt sich Funktion unmittelbar Teil architektonischer Gestaltung werden?
Die Haltung „Architektur muss Hintergrund für das Leben sein“ bildet dabei die Grundlage des Projekts. Gestaltung soll nicht permanent Aufmerksamkeit auf sich selbst lenken, sondern Bedingungen schaffen, in denen Wahrnehmung, Bewegung und Nutzung selbstverständlich stattfinden können.
Das Projekt für den Bauhaus-Museum Weimar zeigt damit eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit den Grundgedanken des Bauhauses – nicht als historische Stilreferenz, sondern als aktuelle Frage nach Verantwortung, Materialbewusstsein und der Verbindung von Architektur, Alltag und Gestaltung.