Konferenztisch (FAZ, Frankfurter Allgemeine Zeitung)
"Wir wünschen uns den außergewöhnlichsten Konferenztisch Deutschlands"
Für die Frankfurter Allgemeine Zeitung entwickelte Felix Schwake ein Konferenztisch-Konzept, das die klassische Vorstellung von Besprechungsräumen grundlegend hinterfragte. Ausgangspunkt war die ungewöhnlich offene Aufgabenstellung der FAZ-Marketingabteilung: Es solle „der außergewöhnlichste Konferenztisch Deutschlands“ entstehen — ein Objekt, das es in dieser Form bislang nicht gebe.
Felix Schwake beantwortete diese Aufgabe nicht mit dekorativer Inszenierung, sondern mit einer radikal reduzierten formalen Geste. Der Entwurf folgt einer extrem puristischen Linienführung und entwickelt seine Wirkung gerade durch seine geometrische Klarheit. Die Form ist so reduziert, dass sie eine symbolische Präsenz erhält und den Raum selbst ordnet.
Im Zentrum des Projekts steht jedoch nicht allein die äußere Form, sondern die Transformation des Konferenztisches zu einem interaktiven Kommunikationsmedium. Die quadratische Tischplatte wurde als vollständig integriertes, etwa 6 × 6 Meter großes Touchscreen-Display konzipiert. Präsentationsinhalte können direkt von Wandflächen auf die Tischoberfläche übertragen, dort bearbeitet und gemeinschaftlich weiterentwickelt werden.
Die klassische Präsentation als einseitige Informationsvermittlung wird dadurch aufgehoben. Stattdessen entsteht ein dynamischer Arbeitsprozess, bei dem Inhalte während der Diskussion unmittelbar verändert, ergänzt und neu organisiert werden können. Informationen lassen sich per Fingerbewegung einzelnen Teilnehmern zuordnen oder zwischen verschiedenen Arbeitsbereichen verschieben.
Der Tisch wird dadurch nicht mehr nur Möbel oder technische Oberfläche, sondern ein räumliches Werkzeug kollektiver Zusammenarbeit.
Das Projekt zeigt exemplarisch die Haltung von Felix Schwake zur Verbindung von Architektur, Funktion und Technologie: Technik soll nicht sichtbar dominieren, sondern vollständig in eine klare räumliche Ordnung integriert werden. Die technische Innovation tritt nicht als Selbstzweck auf, sondern unterstützt Konzentration, Kommunikation und Interaktion.
Die reduzierte geometrische Form bildet dabei bewusst einen ruhigen Hintergrund für den eigentlichen Inhalt — die gemeinsame Arbeit und den Austausch der Nutzer.
Mit dem FAZ-Konferenztisch entstand somit weniger ein klassisches Möbelstück als vielmehr ein architektonisches Kommunikationssystem, das die Art des Zusammenarbeitens räumlich und technisch neu interpretiert.