Studiendekan für Interior Design (B.A.) und Product Design (B.A.) an der AMD Düsseldorf
Neue Position
Mit der Übernahme der Leitung der Bachelorstudiengänge Interior Design (B.A.) und Product Design (B.A.) an der Hochschule Fresenius, Fachbereich Design (AMD), in Düsseldorf verbindet sich die Frage, welche Haltung Designlehre heute einnehmen muss.
Gestaltung verändert Räume, Objekte und Prozesse dauerhaft. Gerade deshalb reicht es nicht aus, Studenten allein Werkzeuge oder Stilrichtungen zu vermitteln. Im Zentrum der Lehre steht vielmehr die Entwicklung von Urteilskraft – also die Fähigkeit, Wahrnehmung, Analyse, Material, Konstruktion und gesellschaftliche Verantwortung miteinander zu verbinden.
Der Aufbau der Studiengänge versteht sich daher nicht als reine Erweiterung eines Lehrangebots, sondern als bewusste inhaltliche Positionierung. Ziel ist eine praxisnahe und zugleich kulturell reflektierte Designausbildung, die Gestaltung nicht auf Bilder oder kurzfristige Trends reduziert, sondern als verantwortungsvollen Prozess begreift.
Die Lehre verbindet dabei Architektur, Interior Design, Produktgestaltung und Kunst bewusst miteinander. Atmosphären, Materialien, Proportionen und räumliche Wirkung werden nicht abstrakt behandelt, sondern durch reale Projekte, konkrete Situationen und direkte Erfahrung untersucht. Der Weg führt von Wahrnehmung und Sprache über künstlerische Reflexion hin zur räumlichen und konstruktiven Ausarbeitung.
Besondere Bedeutung erhält dabei die Verbindung von analogem Denken und digitaler Präzision. Zeichnung, Materialstudien und physische Modelle bilden weiterhin die Grundlage des Entwerfens. Digitale Werkzeuge ergänzen diesen Prozess, ersetzen jedoch nicht die Fähigkeit zur bewussten gestalterischen Entscheidung.
Der Aufbau der Studiengänge in Düsseldorf erfolgt gemeinsam mit einem interdisziplinären Team aus Praktikern, Architekten, Designern und Fachplanern. Ziel ist die Entwicklung einer Lehrkultur, die sich an realen Projekten, internationaler Anschlussfähigkeit und einer hohen gestalterischen Verantwortung orientiert.
Die Aufgabe wird nicht als Verwaltung bestehender Strukturen verstanden, sondern als kontinuierliche Auseinandersetzung mit der Frage, welche Rolle Gestaltung in einer sich verändernden gesellschaftlichen und technologischen Realität zukünftig einnehmen soll.

