Einladung
100 Jahre Bauhaus, Weimar

Im Rahmen des 100-jährigen Jubiläums des historischen Bauhauses entstand mit dem Bauhaus-Museum Weimar ein neuer Ort der Auseinandersetzung mit Fragen von Gestaltung, Gesellschaft und Alltag. Für die Planung des Museum Stores wurde Felix Schwake beauftragt.

Das Projekt verstand sich nicht als Gestaltung eines klassischen Verkaufsraums, sondern als räumliche Aufgabe innerhalb eines kulturellen Kontextes, der wie kaum ein anderer mit Fragen nach Funktion, Material und Gestaltung verbunden ist. Entscheidend war deshalb die Entwicklung einer zurückhaltenden räumlichen Ordnung, die den Charakter des Hauses unterstützt, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.

Die Gestaltung folgt einer reduzierten architektonischen Haltung. Klare Geometrien, präzise Materialität und flexible Nutzungsmöglichkeiten bilden die Grundlage des Raumkonzepts. Funktionen und Präsentationsflächen werden nicht additiv sichtbar gemacht, sondern in eine ruhige räumliche Struktur integriert.

Der Museum Store sollte kein dekoriertes Verkaufsumfeld erzeugen, sondern einen Ort, an dem Produkte, Materialien und Inhalte konzentriert wahrgenommen werden können. Die Reduktion dient dabei nicht der formalen Strenge allein, sondern der bewussten Schaffung von Atmosphäre, Orientierung und Ruhe.

Die Arbeit knüpft damit an zentrale Fragestellungen an, die bereits das historische Bauhaus beschäftigten: Wie entstehen Räume aus Funktion und Gebrauch? Welche Verantwortung trägt Gestaltung gegenüber dem Alltag? Und wie lässt sich Dauerhaftigkeit über Material, Konstruktion und Klarheit erzeugen?

Die Möbel und räumlichen Elemente verstehen sich deshalb nicht als autonome Designobjekte, sondern als Teil eines größeren architektonischen Zusammenhangs. Architektur wird als Hintergrund für Wahrnehmung und Nutzung verstanden – nicht als permanente visuelle Behauptung.

Die Eröffnung des Bauhaus-Museum Weimar markierte zugleich einen kulturellen Moment von internationaler Aufmerksamkeit. Vertreter aus Politik, Kultur und Architektur nahmen an der Eröffnung teil und unterstrichen die anhaltende Relevanz der Bauhaus-Ideen für gegenwärtige Fragen von Gestaltung und gesellschaftlicher Verantwortung.

Das Projekt zeigt damit beispielhaft eine Haltung, die Architektur, Interior Design und funktionale Kunst nicht getrennt behandelt, sondern als unterschiedliche Maßstäbe derselben räumlichen Verantwortung versteht.