H.O.M.E.
Architekturmagazin 11-12

Das Architektur- und Designmagazin H.O.M.E. widmete sich in seiner Ausgabe November/Dezember der Arbeit von Felix Schwake und der Frage, wie sich Kunst, Architektur und Gebrauch miteinander verbinden lassen.

Im Mittelpunkt stand dabei der Begriff der „funktionalen Kunst“ – nicht als Stilrichtung, sondern als Versuch, die übliche Trennung zwischen Kunstobjekt und Gebrauchsgegenstand zu hinterfragen. Die Arbeiten bewegen sich bewusst zwischen Architektur, Möbel und räumlicher Struktur. Sie sollen nicht allein betrachtet, sondern genutzt, erlebt und körperlich wahrgenommen werden.

Die Entwürfe folgen einer reduzierten gestalterischen Haltung. Klare Geometrien, präzise Materialität und die Konzentration auf Funktion bilden die Grundlage der Arbeiten. Reduktion wird dabei nicht als formale Geste verstanden, sondern als Mittel, um Ruhe, Konzentration und räumliche Klarheit entstehen zu lassen.

Die Objekte versuchen nicht, Aufmerksamkeit durch Komplexität oder dekorative Überlagerung zu erzeugen. Vielmehr geht es darum, Bedingungen für Wahrnehmung und Gebrauch zu schaffen. Architektur und Design werden als Hintergrund für das Leben verstanden – nicht als permanente visuelle Behauptung im Raum.

Besondere Bedeutung erhält dabei die Verbindung von Funktion und Atmosphäre. Die Arbeiten sollen alltägliche Handlungen ordnen und zugleich eine ruhige räumliche Wirkung entfalten. Material, Licht, Proportion und Nutzung werden deshalb nicht getrennt voneinander entwickelt, sondern als zusammenhängende räumliche Erfahrung verstanden.

Die Veröffentlichung verweist zugleich auf eine gestalterische Position, die sich bewusst gegen kurzfristige Stilismen richtet. Nicht Trends oder dekorative Effekte stehen im Mittelpunkt, sondern Dauerhaftigkeit, Materialbewusstsein und die Frage, wie Gestaltung langfristig auf Wahrnehmung und Alltag wirkt.

Damit beschreibt der Begriff „funktionale Kunst“ weniger eine Kategorie als eine Haltung: die Vorstellung, dass Gebrauchsobjekte, Architektur und Kunst aus derselben Verantwortung gegenüber Raum, Material und menschlicher Erfahrung heraus entstehen können.