Wer zeichnet, sieht. Wer sieht, versteht. Wer versteht, entscheidet.
Im Mittelpunkt steht die Entwicklung gestalterischer Urteilskraft. Lehre soll Studenten befähigen, Entscheidungen nachvollziehbar zu begründen und Verantwortung für ihre Folgen zu übernehmen. Ausgangspunkt sind die eigene Wahrnehmung und die unmittelbare Erfahrung von Raum, Licht und Material.
Die Zeichnung hilft, genauer hinzusehen und räumliche Beziehungen zu untersuchen. Im Dialog zwischen Raum, Mensch, Modell, Zeichnung und Kritik werden Absichten sichtbar, Entscheidungen besprochen und Entwürfe weiterentwickelt.
Eine von Felix Schwake entwickelte Aufgabenfolge beginnt mit einem besonderen Moment aus dem Leben der Studenten. Zunächst beschreiben sie diesen Moment in Gedicht oder Prosa: Welche Sinneseindrücke und räumlichen Eigenschaften prägen die Erfahrung? Darauf folgt ein Werk der bildenden Kunst. Erst danach werden die Erkenntnisse aus beiden Schritten in einen architektonischen Entwurf übersetzt. Sprache, Kunst und Architektur bilden so eine zusammenhängende Auseinandersetzung mit räumlicher Erfahrung.
Der Lehrweg beginnt mit analogen Werkzeugen wie Kohle, Graphit und Tusche und bezieht später CAD, 3D und KI ein. Maßstab ist die Fähigkeit, eine Absicht zu entwickeln, sie in der Gestaltung zu prüfen und die getroffenen Entscheidungen zu verantworten.